Der ein oder andere hat es ja im WhatsApp Status gelesen…. Einfach kann ich hat nicht.
Aber der Reihe nach. Ich hatte mir kurzfristig vor der Abfahrt noch frei genommen. Der Ausbau war nicht reisefertig und ich hab da ja so meine Ansprüche (ich weiß gar nicht wie ich das auf den vorherigen Reisen überlebt habe :-))
Es fing an, dass ich meine Verdunklung für die Scheiben (zum Schalfen) viel zu spät bestellt habe. Also musste eine Lösung her. Zwischen all dem anderen was noch zu erledigen war, musste ich mir auch da noch was überlegen. Ich kann nicht schlafen wenn es hell ist. Ich habe also hin- und her gebastelt – erfolglos. Am Montag kam dann plötzlich die Nachricht das die Ware verschickt wird und Mittwoch eintrifft. Ausnahmsweise war DHL mal super schnell: Lieferung am Dienstag und ich hätte mir ein paar Stunden Arbeit sparen können.
Dann wollte ich unbedingt mein Fahrrad mitnehmen. Habe mir also eine schicken neuen Fahrradträger bestellt, der angeblich auch zulässt, dass die Hecktüren geöffnet werden können. Ihr ahnt es vermutlich: angeblich. Nun gut, ich wollte mir ohnehin schon länger ein Swing Modul (wer es wissen will gibt mal Van-Swing Modul ein) kaufen. Tatsächlich habe ich bei Amazon eins gefunden, was kurzfristig lieferbar war. Also bestellt und am selben Tag (Samstags) auch eine Versandbestätigung erhalten. Große Freude meinerseits, das kommt sicher bis Mittwoch bei mir an. Nun ja, am Montag Abend erhielt ich eine Mail, dass nicht mehr lieferbar. Damit war das erledigt (nur am Rande: bis heute, also sechs Tage später ist dieses Swing Modul immer noch bei Amazon verfügbar – das liegt aber am Händler, nicht an Amazon). Noch eine Bestellung rauszujagen habe ich für nicht zielführend gehalten, der Versand dauert zu lange. Kurzerhand habe ich also meinen alten Träger montiert. Damit bekomme ich zumindest die rechte Heckklappe auf. Ich wollte das Fahrrad ohne Akku transportieren, was wieder ein Problem auslöste: der Akku ging nicht raus. Mit Hilfe meines Nachbarn Kalle und seinem Schwager, einigen Hammerschlägen (nein nicht am Akku) und viel generve hat es aber dann doch geklappt. Fahrrad auf Träger montiert… und prompt lies sich der Fahrradträger nicht mehr abklappen. Ohne Abklappen geht aber die Heckklappe rechts auch nicht auf. Vermutlich lag es am Gewicht. Ich war jedenfalls endzeitgenervt und habe den ganzen Babel wieder abgebaut. Bleibt es halt zu Hause.
Irgendwann Mittwoch am sehr späten Abend habe ich also endlich angefangen mal zu packen. Mir ging dann aber die Motivation aus und die Müdigkeit und der lange Tag seit 5 Uhr Morgens machte sich bemerkbar. Also habe ich dann erst am Donnerstag gepackt und Schröder mit weiteren Dingen bestückt. Hat mich natürlich einiges an Zeit gekostet. Gegen 10 wollte ich dann los und das altbekannte Spiel: Starterbatterie ist leer, stellte sich ein. Klar, braucht man dann auch noch. Batterie geladen, von Kalles Schwager überbrücken lassen – Motor startet trotzdem nicht. Nach weiteren 2 Stunden waren wir mit unserem Latein am Ende und ich habe den Pannendienst bestellt. Zwischenzeitlich habe ich Google bemüht und jemand mit baugleichem Fahrzeug hatte das gleiche Problem. Lösung: Minuspol abklemmen, 30 Minuten warten und wieder anklemmen. Das BCS (Batterie Control System) hat sich vermutlich „aufgehangen“ und mit dem abklemmen des Minuspols setzt man das wieder zurück. Der Pannendienst meint zwar die Batterie wäre leer – nur hatte ich vorher gemessen und sie hatte 12,8 V die zum Starten ausreicht.
Nun denn, um 14 Uhr konnte ich dann langsam mal los. Da mit einer Anreise bis Freiburg ohnehin nicht mehr zu rechnen war, bin ich noch eben mit Schröder auf die Waage gefahren. Ich kann immer noch 550 Kilo zuladen. Auf der Fahrt zur Deponie (da ist die Waage) hat es allerdings in der ersten Kurve mal meine Gewürze aus dem Regal gehauen, so dass ich viel Curry auf Möbeln und Boden hatte. Nachdem ich das beseitigt hatte und weiterfuhr, hat sich dann die Schrankklappe in einer Kurve geöffnet (das ist in ganz Schweden sowie danach noch nie passiert) und hat meine Klamotten durchs Auto verteilt. Na ja, wenigstens kein Schaden und mittlerweile auch mit einem weiteren Türmagneten gesichert.
Google Maps ist manchmal schon merkwürdig. Auf der Fahrt Richtung Freiburg hat es mich erst mal durch das halbe Harzvorland geschickt. Irgendwann war ich dann aber endlich auf der Autobahn bei sehr gruseligem Wetter. Kurz vor Kassel habe ich mir überlegt, dass ich doch gern noch volltanken möchte. Also eine Tankstelle, die HVO100 (wers wissen will googelt) anbietet. Prima, lag direkt an der Wegstrecke. Blöderweise war das ein Tankautomat der weder die EC noch die Visa annehmen wollte. Nach 10 Minuten habe ich aufgegeben und tatsächlich noch eine weitere in dem Ort gefunden. Ich war übrigens nicht die einzige mit dem Kartenproblem.
Da ich ja endich Heißwasser im Auto machen kann, habe ich unterwegs den Boiler angemacht. Das sollte sich ganz böse rächen. Als ich in Bruchsal ankam habe ich mich auf dem Stellplatz ordnungsgemäß eingebucht, aber auf Strombezug von der Ladesäule – aus Unwissenheit und weil lesen hilfreich gewesen wäre – verzichtet. Ich wollte also drinnen etwas machen und nichts ging mehr. Zu dem Zeitpunkt war mir nicht klar, dass ich gar kein Landstrom gebucht hatte. Hab mich also dran gehangen, hatte noch etwas eine Stunde Licht, dann war die Batterie restlos leer. Die Zusammenhänge hatte ich aber bis zum nächsten Morgen noch gar nicht erkannt. Ich stand also in Bruchsal ohne Strom, ohne Ahnung was passiert ist, ohne Zugangscode zu den Sanitärräumen – weil auch diesen Teil der Anmeldung habe ich wohl überlesen – und war total genervt. Gegen halb zehn klopfte es dann an meiner Tür. Mein Nachbar fragte mich wie ich heißen würde (wir hatten am Abend zuvor zusammen mit seiner Frau noch einen Wein getrunken). Als ich ihm geantwortet hatte ging er kurz weg und meinte, er hätte da was für mich: Mein Portemonai. Das hatte ich auf der Stromsäule liegenlassen. Ich bin ihm so dankbar, dass er sich gekümmert hat. Spätestens nach dieser Aktion war das Maß voll. Rückfahrt nach Hause!
Nach 8 Stunden (für 400 km – es war Freitag) war ich dann wieder hier. Gefrustet, genervt, sauer….. aber ich sage mir heute (einen Tag später): alles richtig gemacht. Ich hätte mit dieser Situation unterwegs nicht in Ruhe fahren können und ständig Panik vor der nächsten Katastrophe gehabt. Nötig wäre es aber, wie ich jetzt weiß, gar nicht gewesen. Ich hätte das, was ich jetzt zu Hause geregelt habe, auch unterwegs hinbekommen. Ja, wenn denn mein Hirn richtig gearbeitet hätte und ich nicht wieder gleich als Panikqueen alles in Frage gestellt hätte. Danke auch hier noch mal an dich Christian, du hast mir allein durch das Telefonat sehr geholfen.
Der nicht an Technik interessierte kann den kommenden Absatz überlesen: Der Victron Ladebooster, der dafür sorgt, dass die Aufbaubatterie über die Lichtmaschine geladen wird, war nicht mehr in meiner App vorhanden bzw. als fremdes Gerät gelistet. Dadurch, dass ich den Boiler an hatte, hat dieser Strom aus der Aufbaubatterie gezogen. Die Batterie war vermutlich zuvor auch schon relativ leer. Bis ich also angekommen bin, hat die Batterie irgendwann gesagt: ich habe zu wenig Strom ich schalte alles ab. Nachdem ich wieder zu Hause war, zeigte die Batterie immer noch nichts an, obwohl ich die Ladefunktion über die Lichtmaschine während der Fahrt aktiviert hatte. Heute Nacht habe ich dann alles über Landstrom geladen. Heute Morgen wieder 14,x Volt auf der Aufbaubatterie. Danach habe ich mich dann um den fehlenden Ladebooster in meiner App gekümmert und auch diesen wieder aktivieren können. Aktuell läuft der Dauertest mit eingeschaltetem Boiler um zu sehen, wie sich der Stromverbrauch entwickelt. Sieht bisher gut aus. Jetzt werde ich erst mal eine größere Runde drehen um zu sehen, ob die Lichtmaschine die Aufbaubatterie wirklich wieder auflädt.
Sollte jetzt alles gut gehen, dann gibts vermutlicherweise in drei/vier Tagen die ersten Reiseberichte. Drückt mir die Daumen 🙂