Partimao
Gestern durfte ich mit einer Karaoke Veranstaltung einschlafen. Meine Güte, ich kann ja nun auch nicht gut singen, aber das war schon mehr als schräg. Aber nicht so störend, dass man keine Ruhe finden würde. Die „Bar“ ist knapp 150 Meter entfernt und dennoch ist es sehr ruhig.
Der ursprüngliche Plan war heute nach Silves zu fahren und dann eine Schiffstour (ich vermute, keiner der hier regelmäßig liest ist darüber überrascht) zu machen. Na ja, Pläne sind dafür da übern Haufen geschmissen zu werden. Ich hab also erst mal etwas länger geschlafen und dann mal ein bisschen meinen „Haushalt“ gemacht.
Gegen 10 bin ich dann zum Hafen nach Portimao gefahren. Die Tour habe ich gestern noch spontan gebucht und eigentlich hätte ich erst um 12 da sein müssen. Da ich aber mein Talent zum Verfahren und Parkplatzsuche kenne, bin ich eben früher (reine Fahrzeit wären 20 Minuten gewesen) losgefahren.
Parkplatz war dann tatsächlich ein Problem. Erst mal ins Hafengelände rein, das war mir aber entschieden zu teuer. Also wieder raus und gleich rechts ein richtig schöner sehr sehr großer Parkplatz. Und was sagt mir der Parkplatzwächter? Keine Wohnmobile. Auf meinen Einwand, dass da schon drei stehen würden meinte er, dass die Fahrzeuge zur Personenbeförderung wären. Ja ne, an den Augen habe ich noch nichts (zumindest wenn ich die Brille aufhabe, was zu diesem Zeitpunkt der Fall war). Gut, bin ich halt wieder an die Straße gefahren ohne zu wissen, ob das was kostet. Hat es wohl nicht, jedenfalls hatte ich kein Ticket.
So hat sich das also bis etwa 11:15 hingezogen. Gut Treffpunkt war um 12, da blieb noch Zeit für Kaffee.
Bei der Anmeldung zur Tour dann die Aussage: 12:45 wiederkommen, Schiff hat Verspätung von der ersten Tour.
Somit habe ich dann meine Füße erstmals in den Atlantik gehalten (meine Füße waren jetzt nich so wichtig)

Auch die Zeit war irgendwann um und bevor ich jetzt wieder Romane schreibe, nachfolgend jede Menge Bilder:
Ich liebe es:



Ich achte bei meinen Touren immer darauf, dass sie entweder als Umweltfreundlich oder auf Tierwohl bedacht ausgewiesen sind. Kontrollieren kann ich das natürlich auch nicht, aber hier konnte ich es erleben.
Ein anderes Boot hatte Delphine gesichtet und ist wie gehetzt hinter denen hinterher. Unser Kapitän hat da nicht mitgemacht und die Meeresbiologin (was man vermutlich bezweifeln kann, aber Ahnung hatte sie definitiv) hat uns erklärt, dass ihr Unternehmen derartige Treibjagden nicht mitmachen würden. Leider würden wir daher wohl keine Delphine mehr sehen, aber sie würden versuchen uns an den Spot für die Wale zu führen. Das hat auch super geklappt und die Boote, die dort in der Nähe waren (zum Verständnis, maximal mit 35 Personen besetzt, also überschaubar) haben sich alle langsam und vorsichtig genähert und bei zu großer Nähe die Motoren abgeschaltet. Das hat mich doch einigermaßen überzeugt. An manchen der Bilder muss man jetzt erahnen, dass es dort Wale gab. Es gab sie aber wirklich und ich kann ja nicht nur aufs Handy schauen:





Anschließend haben wir uns die Küste mit seinen bizarren Feldformationen angesehen.
Die bekannteste – Bengali:



Aber auch die anderen Stopps waren toll.











Ich muss auch sagen, dass die Guides an Board Top waren. Abgesehen davon, dass ich den Mega Platz hatte und auch in den Bereich des Kaptains durfte, haben die alles super gut erklärt – und das auf vier Sprachen: Englisch, Spanisch, Französisch und Portogiesich.
Urlaub möchte ich da nicht machen. Die Masse an Kajaks, überfüllten Stränden – und wir sind in der Nebensaison – braucht kein Mensch.
Aber ganz speziell für R.P. – das wäre doch mal was, oder?

Hier noch der Panama Kanal 🙂

Und ja, endlich auch mal wieder eine Möwe:

3 Stunden auf See sind anstrengend. Da hats gerade noch für den Lidl und eine ausgiebige, eiskalte Dusche (Warmwasser gibt’s hier nicht) gereicht. Dafür habe ich sehr „portugiesisch“ gegessen: Curry mit Reis 😉 . War aber lecker.
Die kleinen Nebensächlichkeiten fehlen noch:
Auf dem Lidl-Parkplatz gibt es tatsächlich 5 oder 6 Stellplätze für Wohnmobile – extra ausgewiesen und soweit ich erkennen konnte auch zum Übernachten freigegeben:

Dieser CP ist übrigens sehr interessant: von eiskalten Duschen, Toiletten ohne Papier über Kaltwasser auch zum Abwaschen – aber er hat eine Animationsprogramm 😊. Da fand heute Abend tatsächlich Aquafitness statt!
Man sagt den Portugiesen ja nach fußballverrückt zu sein. Nun ja, Portugal hat eben gespielt, die Bar war zwar voll, aber von den ca. 40 Leuten die da waren haben maximal 10 überhaupt hingesehen. Erst wenn ein Tor fiel, ist der Rest der Gäste aufgewacht und hat mitgebrüllt. Gesehen haben die das Tor aber sicher nicht. Die labern genauso viel und schnell wie die Spanier – sind aber überall super freundlich.
Hört sich nach einem gelungenen Ausflug an. Und die Wal-Bilder sind der Hammer. Für dieses Erlebnis beneide ich dich doch schon ganz doll.
LG Bine